Der Juni ist weltweit der Pridemonth und der Monat der langen Abenden. Und trotzdem lohnt sich ein Kinobesuch. Zum Beispiel der Film «l’immensità». Er behandelt das Thema Geschlechtsidentität.
Rom in den 1970er-Jahren: Die Familie Borghetti hat gerade eine neue Wohnung bezogen. Doch so schick-modern das grosse Apartment mit Blick über die Stadt ist, so marode ist die Ehe der spanischstämmigen Mutter mit dem wohlhabenden Geschäftsmann. Clara und Felice lieben sich nicht mehr, können sich aber nicht zur Trennung durchringen.
Mit Fantasie und Leichtigkeit möchte Clara – selbst stets am Rande des Nervenzusammenbruchs – ihren Kindern die Freiheit geben, sich zu entfalten. Vor allem zu ihrer ältesten Tochter Adriana, die mit ihrer Geschlechtsidentität hadert, hat sie eine innige Verbindung. Als Adriana sich in der neuen Nachbarschaft als Junge auszugeben beginnt, droht das feine Band, das die Familie noch zusammenhält, zu zerreissen.
Der italienischen Regisseur und Drehbuchautor Emanuele Crialese (*1965) verarbeitet mit seinem neuen Film nicht nur sein eigenes schwieriges familiäres Umfeld. Bei der letztjährigen Weltpremiere im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig outete er sich selbst als Transmann und betonte den stark autobiografischen Bezug seines Films.